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Die Klassiker der Weltliteratur
Diejenigen unter uns, der gern und vor allem viel lesen, mögen sich irgendwann die Frage stellen, welche Bücher man im Rahmen der Literaturgeschichte unbedingt gelesen haben sollte. Die Antwort kann nur lauten - die Klassiker der Weltliteratur. Doch was versteht man darunter eigentlich und wer waren oder sind die Ikonen dieses Genres?
Gehen wir hier einfach gemeinsam ein paar Schritte durch die Kulturgeschichte des Lesens. Dabei müssen wir leider feststellen, dass das klassische Buch heute eher zum besonderen Vergnügen einer gebildeten Eliteschicht geworden ist, denn es stellt sich immer öfter die Frage: "Liest du noch oder guckst du schon?" Diesen drastischen, ja dramatischen Wandel hatten Johann Wolfgang von Goethe, Leo Tolstoi, Mark Twain oder Jane Austen sicher nicht im Sinn, als sie ihre Gedanken zu Papier brachten und große Weltliteratur publizierten. Doch ist das Lesen tatsächlich das Privileg einer gebildeten Oberschicht?
Untrennbar im Zusammenhang mit der Geschichte des Lesens steht natürlich die Entwicklung der Schrift. Ohne sie gäbe es nichts zu lesen. Die Geschichte zeigt uns in diesem Punkt allerdings deutlich, dass das Lesen und Schreiben sehr schnell zur Wissenschaft der Gelehrten wurde und zunächst ausschließlich dem Studium der Religion oder dem Fixieren von Gesetzen galt. Das aufwendige und gelehrsame händische Bücherschreiben erfuhr erst mit Gutenbergs Erfindung der Buchdruckkunst im Jahr 1450 einen drastischen Wendepunkt, trotzdem kosteten Bücher noch ein Vermögen und nur reiche Leute konnten es sich leisten, mehrere Bücher oder gar eine ganze Bibliothek zu besitzen.
Heute gelten Bücher keineswegs mehr als Luxus, im Gegenteil, sie sind schon recht günstig zu haben und stehen zunehmend in hartem Konkurrenzkampf mit dem Fernsehen und Internet. Doch ist das abendliche "in die Röhre starren" ohne geistige Anstrengung tatsächlich eine geeignete und gewinnbringende Unterhaltung? Wenn wir diese Frage ehrlich beantworten wollen, stellen wir wieder einmal fest, dass das Lesen unwiderruflich zu einer Bevölkerungsschicht gehört, die sich bilden möchte oder bereits über einen gehobenen Bildungsstand verfügt. Für sie ist das Lesen von Büchern im Allgemeinen und große, meisterliche Weltliteratur im Besonderen, eine unverzichtbare, intellektuelle Bereicherung.
Die Weltliteratur hat heute eine globale Bedeutung, denn sie ist zweifellos das Gedächtnis der Welt, bedeutsam und prägend. Dennoch gehört bei Weitem nicht jedes Buch, dem eine internationale Verbreitung widerfährt, zwangsläufig zur Weltliteratur, denn ausschlaggebend hierfür sind der künstlerische Wert des Textes und sein Einfluss auf die Literaturentwicklung. Prinzipiell beschreibt dieser Begriff das Weltkulturerbe in Sachen Literatur was auch erklärt, wieso im Bücher-Kanon immer wieder die gleichen Autoren und Werke genannt werden.
Der wohl bedeutsamste und bekannteste Literat war zweifellos Johann Wolfgang von Goethe, der nicht nur als Dichter, sondern auch als naturwissenschaftlicher Forscher in die Geschichte einging. Sein meisterhaftes Werk, "Die Leiden des jungen Werthers", gehört ebenso zu seinen bedeutenden deutschen Werken herausragender, klassischer und dramatischer Belletristik wie etwa der Götz von Berlichingen, Egmont, Iphigenie auf Tauris oder Faust Teil 1 und 2. Seine literarische Produktion war sehr umfangreich und umfasste auch Gedichte, Dramen, autobiografische Schriften und naturwissenschaftliche Aufzeichnungen. Selbst sein Briefwechsel, etwa mit Charlotte von Stein, der Hofdame von Herzogin Anna Amalia, ist von großer Bedeutung für die elitäre Literaturgeschichte. Bereits zu Lebzeiten, im fortgeschrittenen Alter, galt Goethe auch im Ausland als Repräsentant eines hochgeistigen Deutschland. Seine dichterischen Meisterwerke und seine Persönlichkeit als Autor machten ihn zu einer herausragenden Figur in der Weltliteratur.
Goethe wirkte unermüdlich bis an sein Lebensende in naturwissenschaftlich, literarischer und gesellschaftlicher Hinsicht. Natürlich wurde dabei sein Leben auch von einer Vielzahl flüchtiger oder längerer Liebschaften begleitet. Schließlich starb der Meister der deutschen Dichtkunst am 22. März 1832 im Alter von 83 Jahren im thüringischen Weimar an einem Herzinfarkt. Sein Wohnhaus und das Gartenhaus in Weimar, in denen zahlreiche seiner Werke entstanden und heute handschriftlich zu sehen sind, zählt seit Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe. Damit ist eindeutig bewiesen, man kann im Leben tatsächlich auf viele Dinge verzichten, nur nicht auf gute Bildung und Literatur!
In diesen Reigen großer und weltberühmter Autoren gehören allerdings noch weitere Künstler wie beispielsweise Theodor Fontane, Thomas Mann, Ernest Hemingway, Kurt Tucholsky oder Victor Hugo, um nur einige zu nennen. Zudem werden in Zukunft ebenfalls Texte aus der Gegenwart in weltliterarischen Werken zu finden sein, die es wert sind, auch in Hunderten von Jahren noch gelesen zu werden. Doch zur Beurteilung dessen ist eine gewisse zeitliche Distanz nötig.