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Die bekanntesten Modeschöpfungen
BH, Dessous, Bikini oder Leserhose - was haben diese Modeschöpfungen gemeinsam? Alle gehören zu den bekanntesten Kreationen der Modeschöpfer und sind aus unserem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken!
BH und Dessous
Die Dresdnerin Christine Hardt patentierte am 5. September 1889 den ersten modernen Büstenhalter. Er bestand aus zusammen geknüpften Taschentüchern und Männerhosenträgern und war verstellbar. Ungehörig war das Zeigen der eigenen Unterwäsche. Allerdings trug der Minirock Ende der 60er Jahre dazu bei, dass das Sichtbarwerden weiblicher Dessous langsam gesellschaftsfähig wurde. Plötzlich war es schick, das Unterhöschen farblich passend zum Rock zu tragen. Auch Madonna mit dem Tragen eines Gaultier-Bustiers während einer Show auf der Bühne machte das Tragen von Unterwäsche als Oberbekleidung zum Trend. Es ist inzwischen sehr sexy, Dessous hervorblitzen zu lassen. Dadurch und durch die wunderschönen Models, unter ihnen auch Heidi Klum, ist der Erfolg des amerikanischen Dessous-Herstellers Victoria’s Secret zu erklären.
Der Bikini
Valentin Lehr aus Freiburg schuf um 1900 eine zweiteilige Bademode, die Brust und Scham bedeckte. Allerdings wagten es zuerst ein Mal nur Anhänger der Freikörperkultur, diese zu tragen. Denn Frauen, die in der Öffentlichkeit zu viel nackte Haut zeigten, wurden direkt am Strand verhaftet. Der Trend wandelte sich um 1930. In Deutschland wurde der amerikanische Zweiteiler "Palm-Beach-Combination" zunehmend populär. Das Unterteil war ein kurzer Rock oder eine miederartige Hose, das Oberteil ähnelte einem BH. Seit 1946 gibt es die Form des Bikinis, die wir heute noch kennen, kreiert von Louis Réard. Der Name Bikini stammt von einer Marshallinsel, einem nuklearen Atomtestgebiet der Amerikaner.
Minirock und Hotpants
Die Britin Mary Quant war die Urheberin des Minirock, der 1962 in der britischen Ausgabe der Modezeitschrift Vogue der interessierten Damenwelt vorgestellt wurde. Wenige Jahre später war dieses minimalistische Kleidungsstück der Renner weltweit und war keineswegs mehr skandalös. Mit verantwortlich dafür war auch der französische Modedesigner André Courrèges, einer der wichtigsten Modeschöpfer der 60er Jahre.
HotPants - "heiße Hosen" - sind enge, sehr kurz geschnittene, den Po betonende Shorts für Frauen, die im Sommer 1971 ihren Siegeszug starteten. Dem eigenen Stil der Trägerin nach wurden sie entweder sehr sexy und superkurz oder in Varianten abgeschnittener, am Saum ausgefranster Jeans getragen. Auch das gehäkelte Modell war sehr beliebt. Allerdings war oder ist dieses Kleidungsstück jenen Damen vorbehalten, die es sich auch "leisten" können, denn schöne schlanke Beine sind - wie auch beim Minirock - eine Grundvoraussetzung zum Tragen dieser heißen Hosen.
Nylonstrümpfe
Der Forschungsleiter eines US-amerikanischen Chemiekonzerns - Wallace Hume Carothers -entwickelte 1935 die erste Nylonfaser auf der Basis von Kohle, Luft und Wasser. Dies war der Grundstein für die wenige Jahre später angebotenen Nylonstrümpfe und der Beginn einer neuen Ära - innerhalb von drei Stunden wurden 4000 Paar verkauft.
Jeans
Der Ursprung waren Baumwollhosen aus der Gegend um die italienische Stadt Genua, die in den USA verkauft wurden. Genua - französisch "Gênes" - wurde im Lauf der Jahre in Amerika umgangssprachlich zu "Jeans". Ab 1847 fertigte Levi Strauss, ein Franken geborener Auswanderer robuste Arbeitskleidung für Goldgräber an, die "Gênes" aus dem Stoff "Serge de Nîmes" (Gewebe aus der Stadt Nîmes), kurz Denim Jeans.
Der Smoking
Seit wann der Smoking in seiner heutigen Form getragen wird, ist nicht sicher zu sagen. Man vermutet, dass Mitte des 19. Jahrhunderts die englischen Herren der Schöpfung vereinzelt dazu übergingen, sich aus schwarzem Stoff ein sogenanntes "smoking jacket" anfertigen zu lassen, das zu offiziellen Anlässen getragen wurde. Weniger formell ging es zu, wenn das "dinner jacket" gewählt wurde. In Amerika heißt der Smoking "Tuxedo". Ein Bekannter der britischen Königsfamilie soll im exklusiven Tuxedo-Club 1886 ein smoking jacket getragen haben, das die Begeisterung der Mitglieder hervorrief und gleich in die amerikanische Gesellschaft aufgenommen wurde - fortan eben Tuxedo genannt.
Krawatte und Schlips
Der Legende nach fand im Jahr 1663 eine Truppenparade zu Ehren des französischen Königs Ludwig XIV vor dem Schloss Versailles statt. Reiter eines kroatischen Reiterregimentes trugen der Überlieferung nach ein Stück Stoff, das am Kragen in der Form einer Rosette befestigt wurde und die Enden über der Brust hingen. Der König soll davon so begeistert gewesen sein, dass er die "Cravate" übernahm und innerhalb des Adels verbreitete. Er beschäftigte sogar einen eigenen Cravatier zur Pflege seiner Krawatten. Der Ausdruck Schlips bezog sich ursprünglich nur auf die Enden der Krawatte und wurde erst im 20. Jahrhundert zu einem Synonym.
Dirndl und Lederhosen
Dirndl wurden ursprünglich von Dienstboten getragen. Ab 1870 allerdings setzte es sich als sogenanntes "ländliches Kleid" auch bei der städtischen Obersicht durch und markierte einen der wichtigsten Ausgangspunkte für das heutige Verständnis von alpenländlicher Tracht. Das moderne Dirndl besteht aus einem engen, tief ausgeschnittenen Oberteil und einem weiten, hoch an der Taille angesetzten Rock und Schürze. Jahrmärkte, Kirchtage und das Münchner Oktoberfest sind die "Ausführ-Tage" für ein Dirndl. Die Münchner Designerin Lola Paltinger ist eine angesagte Adresse und über die bayrischen Grenzen hinaus bekannt für ihre Kreationen. Ursprung der heute als Volkstracht bezeichneten Lederhose war die Culotte, eine eng anliegende höfische Kniebundhose. Bewohner des Alpenraums übertrugen das Muster im ausgehenden 18. Jahrhundert auf das bereits zuvor gebräuchliche Leder.