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Literaturepochen

Die Epochen der Literatur lassen sich in fast beliebig kleine Abschnitte gliedern. Die wichtigsten Epochen betrachten wir auf dieser Seite und führen die bekanntesten Werke mit auf.

Während des Altertums ist der Besitz und der Konsum von Literatur einer kleinen gebildeten Oberschicht vorbehalten, mit der Erfindung des Buchdrucks werden Bücher einer breiteren Masse verfügbar. In der Neuzeit werden Bücher immer günstiger, der Spektrum vielfältiger und die Verbreitung, dank neuer Techniken, immer einfacher.

Antike (bis Ende 15. Jhd. n. Chr.)

Der Anfang der antiken Kultur im klassischen Sinne wird im Allgemeinen mit der Entstehungszeit der Homerischen Epen und dem Beginn der griechischen Kolonisation des Mittelmeerraums im 8. Jahrhundert v. Chr. angesetzt. Die Epoche ist stark von römischen und griechischen Einflüssen geprägt. Bekannte Autoren sind u. a. Hekaton von Rhodos, Ovid und Palladius.

Literatur des Mittelalters (700 - 1600)

Mittelalterlicher Literatur geht es nicht um Ausdruck persönlicher Erfahrung oder Beobachtung, sondern um das Allgemeine, Ideelle, Typische, das gegenüber der unmittelbar erfahrbaren Wirklichkeit als die eigentliche Wirklichkeit gilt, die letztlich in Gott gründet und auf die alles bezogen ist.

Barock (1600 - 1720)

Die Barocklyrik ist im Wesentlichen von drei Leitmotiven geprägt, die das Lebensgefühl der Menschen beschreiben. Vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges war der Alltag der Menschen von Gewalt und Zerstörung bestimmt. Alle diese Motive setzen sich mit der dadurch weit verbreiteten Angst vor dem Tod und dessen Auswirkungen auf verschiedene Art auseinander. Bekannte Werke dieser Epoche sind "Romeo und Julia" von Shakespeare, "Der abentheuerliche Simplicissimus" von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen und das "Buch von der Teutschen Poeterey" von Martin Opitz.

Aufklärung (1700 - 1800)

Die Literatur wandte sich jetzt erstmals an ein bürgerliches Publikum, sie wollte also nicht mehr einen Fürsten preisen. Sie hatte vor allem eine erzieherische Funktion und forderte die "Besserung des Menschen". Bekannt sind Lessings "Minna von Barnhelm" und in Frankreich die Texte von Voltaire.

Sturm und Drang (1765 - 1790)

Statt Vernunft stand nun der natürliche und unverbildete Mensch mit seiner Individualität und Ich-Bewusstsein im Mittelpunkt. Diese Epoche brachte Erlebnislyrik, Briefromane, Balladen, Oden, Hymnen und Dramen hervor. "Kabale und Liebe" von Schiller gilt als ein Meilenstein dieser Epoche - Goethe, der in dieser Zeit den Begriff Weltliteratur prägte, schuf unter anderem die Werke "Willkommen und Abschied", "Urfaust" und "Die Leiden des jungen Werther".

Weimarer Klassik (1786 - 1830)

In dieser Epoche wirkte das "Viergestein" Wieland, Goethe, Herder und Schiller gemeinsam. Weitreichende Übereinstimmung im literarischen Schaffen bestanden allerdings hauptsächlich zwischen Goethe und Schiller. Goethes Faust und "Iphigenie auf Tauris" traten in den literarischen Wettstreit gegen Schillers "Maria Stuart" und "Wilhelm Tell".

Romantik (1795 - 1850)

Hauptbestandteil dieser Epoche ist eine ins Unendliche gerichtete Sehnsucht nach Heilung der Welt, nach Harmonie. Symbolische Orte, Kloster-Ruinen, alte Mythen und Märchen begleiten die romantische Suche nach innerer Einheit und Heilung. "Heinrich von Offerdingen" von Novalis, "Der goldene Topf" von E.T.A. Hoffmann oder die Märchen der Gebrüder Grimm sind weltweit bekannt.

Biedermeier (1815 - 1848)

Gekennzeichnet ist die Biedermeier-Epoche durch eine lebendige Auseinandersetzung mit den brennenden sozialen und nationalen Fragen dieser Zeit. Aber auch von dem Wunsch nach Ruhe und Geborgenheit in harmonischer, privater Idylle. "Dantons Tod" von Büchner und Heines "Deutschland, ein Wintermärchen" sind bekannte Werke aus dieser Zeit.

Realismus (1859 - 1890)

Im Realismus dominiert die Epik - Romane und Novellen. Lyrik erscheint zu zeitlosen Themen wie Liebe, Heimat und Natur. "Der Schimmelreiter" von Theodor Storm, "Romeo und Julia auf dem Dorfe" von Gottfried Keller, "Effi Briest" von Theodor Fontane sind wichtige Werke des Realismus.

Naturalismus (1875 - 1900)

Die Werke "Die Weber" von Gerhart Hauptmann und "Phantasus" von Arno Holz werden dem Naturalismus zugeschrieben. Die Werke sollten der Natur genau entsprechen - man schrieb über das Milieu der Fabriken und Kneipen, radikale zeitkritische Literatur war gefragt.

Expressionismus (1910 - 1925)

Der Expressionismus beinhaltet mehrere Richtungen: Futurismus als Verherrlichung des modernen Stadtlebens und technischer Errungenschaften, Dadaismus als die Suche nach neuer Form des Ausdruck (Verspottung) und Surrealismus, der Schreckenserfahrungen und Einsamkeit des modernen Lebens als Gegenstand hatte. Kafkas "Das Urteil", "Die Verwandlung", "Der Prozess", Ernst Barlachs "Sündflut" und Alfred Döblins "Berlin Alexanderplatz" sind hinreichend bekannt.

Literatur der Weimarer Republik (1918 - 1933)

Die Literatur der Weimarer Republik ist geprägt durch die Reaktionen auf den Krieg und der neuen Sachlichkeit (Abwendung vom Emotionalen). "Deutschland, Deutschland über alles" von Kurt Tucholsky, "Der Hauptmann von Köpenick" von Carl Zuckmayer und der "Zauberberg" von Thomas Mann sind in dieser Zeit entstanden.

Literatur des Nationalsozialismus (1933 - 1945)

Die Zeit der nationalsozialistischen Kunstproduktion, geprägt durch völkisch-vaterländische Vorstellungen. Deutsche Romane zeigten der Welt das Gesicht des Dritten Reiches. Themen waren: Exil, die Verantwortung der Wissenschaft, kleine Leute in Beziehung zum Krieg, Kritik an den idealistischen Auffassungen. Thomas Manns "Doktor Faustus" und "Lotte in Weimar", Berthold Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder", Lion Feuchtwangers "Das Exil" und "Geschwister Oppermann" gehören zu den wichtigsten Werken, die diese Epoche hervorgebracht hat.

Trümmerliteratur (1945 - 1950)

Die Literatur ist geprägt durch die Fassungslosigkeit über das Ausmaß des NS-Terrors mit der Tendenz, Fragen über die Ursachen aus dem Weg zu gehen. Wolfgang Borchert zählt zu den wichtigsten Autoren aus dieser Zeit. Er schuf u. a. die Werke "Draußen vor der Tür" und "An diesem Dienstag".

DDR-Literatur

Die Literatur diente zum Aufbau des Sozialismus und beinhaltete schönfärberische Preislyrik auf Lenin und Stalin sowie die Ideale des Arbeiter- und Bauernstaates. Thematisch ist die kritisch-konsequente Auseinandersetzung mit dem Faschismus bedeutend. Autoren schrieben mit der Gefahr der Zensur, Gefängnis oder Ausbürgerung - Kritik wurde sorgfältig "versteckt". Ulrich Plenzdorfs "Die neuen Leiden des jungen W.", Christa Wolfs "Kassandra", Stefan Heyms "Auf Sand gebaut", Reiner Kunzes "Die wunderbaren Jahre" und Bertholt Brechts "Buckower Elegien" werden der DDR-Literatur zugeschrieben.

Moderne

Die Schriftsteller verstanden sich als kritische Beobachter und Mahner, im Theater spielte man bevorzugt französische, britische und amerikanische Werke. Durch Autoren wie Grass ("Die Blechtrommel") und Böll ("Die verlorene Ehre der Katharine Blum") gewinnt die deutsche Literatur Anschluss an die Weltliteratur. Es erfolgte die Verarbeitung individueller Erfahrungen als Reaktion auf politischen Aktionismus der 60er und 70er Jahr - Trend zu starken Frauen, Lyrik wird zur prosaischen Sache. Friedrich Dürrenmatt begeistert mit seinen Werken "Die Physiker" und "Der Richter und sein Henker".

Gegenwartsliteratur

Die Literatur der Gegenward ist geprägt durch Arbeitslosigkeit, Identitätskonflikte, Verhalten gegenüber Ausländern, Ost-West-Irritationen, der neuen Hauptstadt sowie Multimedia. Bernhard Schlinks "Der Vorleser", Günter Grass "Ein weites Feld" und Christa Wolfs "Was bleibt" haben es zu internationaler Anerkennung gebracht.