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Rechenmaschinen - Vorreiter der Computertechnik
Rechenmaschinen, mechanische Rechenhilfen, kamen ca. 1.100 vor Chr. auf und waren bis Mitte des 20. Jahrhunderts populär. In den frühen Jahren wurden Sie durch eine sehr geringe Verbreitung, eingeschränktem Funktionsumfang und hoher Anfälligkeit gekennzeichnet. Ab dem 19. Jhd. waren sie ausgereift und wurden in großen Stückzahlen produziert.
- Übersicht Computergeschichte
- Die ersten Computer (ca. 1930 - 1970er Jahre)
- Die Neuzeit des Computers (1970er - heute)
Die Antike - ab 1.100 vor Chr.
Der "Abakus" gilt als die älteste bekannte mechanische Rechenhilfen und wurde ca. 1.100 v. Chr. erfunden. Der älteste erhaltene "Abakus" aus dem dem 3. Jhd. v. Chr. befindet sich heute im Athener Nationalmuseum. Als "Computer von Antikythera" wird eine Zahnradmechanismus benannt, der wahrscheinlich für astronomische Berechungen benutzt wurde und auf ca. 100 v. Chr. datiert wird. Auf diesen Systemen basierte der Rechenschieber, der bis Mitte der 20. Jahrhunderts noch weit verbreitet war.
17. Jahhundert
1623 baute Wilhelm Schickard (1592-1635) die erste mechanische Rechenmaschine, die sechsstellige Zahlen addieren und subtrahieren konnte und einen Speicherüberlauf durch das läuten einer Glocke signalisierte - Eine Rekonstruktion steht heute im Deutschen Museum in München. 1642 folgte Blaise Pascal (1623-1662) mit einer Rechenmaschine, der "Pascaline", die anfangs addieren, später auch subtrahieren konnten. Sir Samuel Morland (1625-1695) konstruierte 1666 kleine Rechengeräte, die als Vorläufer der ersten Taschenrechner gelten. Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) konstruierte 1673 eine Rechenmaschine, die die vier Grundrechenarten beherrschte. Auf seinen Überlegungen basieren heute u. a. das binäre Zahlensystem.
18. Jahrhundert
1737 baute Jacques de Vaucanson (1709-1782) einen mechanischen Flötenspieler, der zwölf Liedern spielen konnte und auf einer mechanischen Stiftwalze mit zwei Bewegungsrichtungen basierte, auf dem das Prinzip der Lochkarte basiert. Vaucansons Traum war es, einen möglichst akkurat funktionierenden künstlichen Menschen zu erschaffen. Als sein Meisterwerk gilt jedoch seine automatische Ente, die aus mehr als 400 beweglichen Einzelteilen bestand. Um das Jahr 1770 entwickelte Philip Matthäus Hahn eine Rechnenmaschine nach dem Staffelwalzenprinzip. Die Konstruktion war ähnlich wie eine Uhr konstruiert.
19. Jahrhundert
Joseph-Marie Jacquard (1752-1834) verwirklichte 1805 die von Vaucanson entwickelte Steuerungstechnik in eine Webmaschine und löste damit eine industrielle Revolution aus. Diese Automatisierung mit Hilfe von Lochkarten gilt heute als Vorläufer der Steuerungs- und Speichertechnik. 1820 baute Charles Xavier Thomas de Colmar (1785-1870) das "Arithmometer", die erste mit 1.500 Exemplaren in Massenproduktion hergestellte Rechenmaschine.
Charles Babbage (1782-1871) ist ein weiterer wichtiger Vorreiter des Computerzeitalters. Er erdachte bereits im 19. Jahrhundert mechanische Rechenmaschinen, u. a. eine Differenzmaschine, und stellte erste Überlgegungen zur Programmierbarkeit an. Seine Maschinen funtionierten aufgrund der wenig präzisen Materialverarbeitung zu dieser Zeit leider zu theoretisch - er prägte den Begriff "Analytical Engine". Nachbauten seiner Erfindungen stehen heute im Science Museum in London. 1843 bauten die Gebrüder Scheutz den ersten mechanischen Computer nach den Ideen von Babbage.
Ada Lovelace (1815-1852) entwickelte im gleichen Jahr Methode zur Programmierung von Computern nach dem Babbage-System und gilt als Author des erste Computerprogramms. Ab 1870 beginnt in Europa und Amerika die industrielle Herstellung von Rechenmaschinen. 1890 wurde die US-Volkszählung mit Hilfe des Lochkartensystems von Herman Hollerith (1860-1929) durchgeführt. Im gleichen Jahr baute Leonardo Torres Quevedo (1852-1936) eine Schachmaschine, den ersten Spielcomputer.