Die Computer-Geschichte

Hier gebe ich einen kurzen Überblick über die geschichtliche Entwicklung der Computertechnik.

Die Vorreiter

Die Antike

Der "Abakus" gilt als die älteste bekannte mechanische Rechenhilfen und wurde ca. 1100 v. Chr. erfunden. Der älteste erhaltene "Abakus" aus dem dem 3. Jhd. v. Chr. befindet sich heute im Athener Nationalmuseum. Als "Computer von Antikythera" wird eine Zahnradmechanismus benannt, der wahrscheinlich für astronomische Berechungen benutzt wurde und auf ca. 100 v. Chr. datiert wird.

17. Jahhundert

1623 baute Wilhelm Schickard (1592-1635) die erste mechanische Rechenmaschine, die sechsstellige Zahlen addieren und subtrahieren konnte und einen Speicherüberlauf durch das läuten einer Glocke signalisierte. 1642 folgte Blaise Pascal (1623-1662) mit einer Rechenmaschine, der „Pascaline“, die anfangs addieren, später auch subtrahieren konnten. Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) konstruierte 1673 eine Rechenmaschiene, die die vier Grundrechenarten beherrschte. Auf seinen Überlegungen basieren heute u. a. das binäre Zahlensystem.

18. Jahrhundert

1737 baute Jacques de Vaucanson (1709-1782) einen mechanischen Flötenspieler, der zwölf Liedern spielen konnte und auf einer mechanischen Stiftwalze mit zwei Bewegungsrichtungen basierte, auf dem das Prinzip der Lochkarte basiert. Vaucansons Traum war es, einen möglichst akkurat funktionierenden künstlichen Menschen zu erschaffen. Als sein Meisterwerk gilt jedoch seine automatische Ente, die aus mehr als 400 beweglichen Einzelteilen bestand.

19. Jahrhundert

Joseph-Marie Jacquard (1752-1834) verwirklichte 1805 die von Vaucanson entwickelte Steuerungstechnik in eine Webmaschine und löste damit eine industrielle Revolution aus. Diese Automatisierung mit Hilfe von Lochkarten gilt heute als Vorläufer der Steuerungstechnik. 1820 baute Charles Xavier Thomas de Colmar (1785-1870) das „Arithmometer“, die erste in Massenproduktion hergestellte Rechenmaschine. Charles Babbage (1782-1871) ist ein weiterer Vorreiter des Computerzeitalters. Er erdachte bereits im 19. Jahrhundert mechanische Rechenmaschinen, u. a. eine Differenzmaschine, und stellte erste Überlgegungen zur Programmierbarkeit an. Seine Maschinen funtionierten aufgrund der wenig präzisen Materialverarbeitung zu dieser Zeit leider zu theoretisch. Nachbauten seiner Erfindungen stehen heute im Science Museum in London. 1843 bauten die Gebrüder Scheutz den ersten mechanischen Computer nach den Ideen von Babbage. Ada Lovelace (1815-1852) entwickelte im gleichen Jahr Methode zur Programmierung von Computern nach dem Babbage-System und gilt als Author des erste Computerprogramms. 1890 wurde die US-Volkszählung mit Hilfe des Lochkartensystems von Herman Hollerith (1860-1929) durchgeführt. Im gleichen Jahr baute Leonardo Torres Quevedo (1852-1936) eine Schachmaschine, den ersten Spielcomputer.

Die ersten Computer

20. Jahrhundert

1935 stellten IBM eine Lochkartenmaschine vor, die "IBM 601", die eine Multiplikation pro Sekunde durchführen konnte. Der folgende zweite Weltkrieg brachte einen Aufschwung in der Comuterentwicklung. Conrad Zuse (1910-1995) realisierte nach dem Grundprinzip von Babbage 1938 die mechanische Rechenmaschine "Zuse Z1", die jedoch im Krieg zerstört wurde. Die "Z1" gilt als Vorläufer der modernen Computer. Das 1941 fertiggestellte Nachfolgemodell der "Z1", die "Z3" beruhte bereits auf elektromechanischen Bauelementen (Relais). Dieser Rechner konnte Multiplikationen in 3s berechnen. Alan Mathison Turing (1912-1954) gilt als theoretischer Vorreiter lieferte viele Grundlagen der modernen Computertechnik, er war u. a. der der Entschlüsselung des "Emigma"-Codes beteiligt. England setzte ab 1943 den "Colossus" zur Dechiffrierung von geheimen Nachrichten ein. Die USA benutzte den zwischen 1943 und 1944 gebauten und von Howard H. Aiken (1900-1973) entwickelten Rechner "Mark I" für ballistische Berechnungen.

Der erste vollelektronische Rechner war der 1948 in der USA gefertigte Großrechner "ENIAC". Mit 18000 Röhren und einem Gewicht von 20 Tonnen schaffte der "ENIAC" einer Multiplikation in 3ms. In die späten 40er Jahre fällt auch der Bau des "EDVAC" (Electronic Discrete Variable Automatic Computer), der erstmals die "Von-Neumann-Architektur" enthielt. 1949 stellte Edmund C. Berkeley mit „Simon“ den ersten digitalen, programmierbaren Computer für den Heimgebrauch vor, sozusagen den Vorgänger der Homecomputer.

Ab 1950 explodierte der Innovationszyklus in der Computerentwicklung, die kommerzieller Massenproduktion von Computer startete. So baute Remington Rand 1951 den ersten kommerziellen Röhrenrechner, den "UNIVAC I" (UNIVersal Automatic Computer I). 1955 folgte Bell Labs mit dem "TRADIC" (TRansistorized Airborne DIgital Computer den ersten Computer), der komplett mit Transistoren statt Röhren bestückt war. Die DDR baute im gleichen Jahr den "OPREMA" (OPtik-REchen-MAschine). 1956 stellte IBM das erste magnetische Festplattenlaufwerk „IBM 350“, mit einer Kapazität von knapp 5 MB, vor. Die "IBM 350" wog 500 kg und benötigte 10 kw Strom.

Im Dezember 1968 stellten Douglas C. Engelbart und William English vom Stanford Research Institute (SRI) die erste Computermaus vor. Mit der Erfindung des serienmäßig produzierbaren Mikroprozessors in den 70er Jahren wurden die Computer immer kleiner und leistungsfähiger. 1971 baute Intel den "4004", den ersten in Serie gefertigten Mikroprozessor. 1973 erschien der "Xerox Alto", der erste Computer mit Maus, graphischer Benutzeroberfläche (GUI) und eingebauter Ethernet-Karte. 1974 stellte HP mit dem "HP-65" den ersten programmierbaren Taschenrechner vor. 1975 begann MITS mit der Auslieferung des "Altair 8800".

Die Computerneuzeit

1976 brachte Apple Computer den "Apple I" auf den Markt. 1977 kamen der "Apple II", der "Commodore PET" und der "Tandy TRS 80" auf den Markt. 1979 schließlich brachte Atari seine Rechnermodelle "Atari 400" und "Atari 800" in die Läden. Revolutionär war, dass mehrere Custom-Chips den Hauptprozessor entlasteten. IBM stellte 1981 den "IBM-PC" (Personal Computer) vor und löste damit einen entscheidenen Schritt in der Computerentwicklung aus, der vorallem durch das Betriebssystem "DOS" von Microsoft ermöglicht wurde. Mitte der achziger Jahre erschienen erste grafische Betriebssysteme. 1987 etwickelte Sun den "Sparc", einen kompakten Rechner für besonders rechenintensiven Aufgaben. Ansonsten waren die 80er Jahre die Blütezeit der Homecomputer, wie z. B. der "Commodore 64", "Sinclair ZX80/81", "Sinclair ZX Spectrum", "Schneider (Amstrad) CPC 464/664", spätere und leistungsfähigere Modelle waren u. a. der "Commodore Amiga" und der "Atari ST". Diese Zeit endete Anfang der 90er Jahre durch die immer weiter fortschreitende Entwicklung der IBM kompatiblen PC Systeme, nur die Firma Apple behauptet heute einen messbaren Marktanteil gegenüber die Übermacht der Windows-PCs.

Ab 1990 nahm die Verbreitung des "World Wide Web" immer weiter zu. Heute geht der Trend immer mehr zum Allzweckrechner mit überdimensionalen Fähigkeiten auf allen Anwendungsgebieten, selbst mobile Endgeräte, die langsam den Markt erobern, werden immer leistungsfähiger. Programme werden immer plattforunabhängiger. Zukünftige Entwicklungen bestehen möglicherweise aus der Nutzung biologischer Systeme, optischer Signalverarbeitung und neuen physikalischen Modellen, wie z. B. dem Quantencomputer.

Berühmte Computer

Folgende Computer sind uns aus Filmen oder Büchern bekannt, es gibt sie jedoch nicht wirklich!

2001

"HAL" ist der Bordcomputer in dem Film "2001: Odyssee im Weltraum". Der Name "HAL" ist aus "IBM" entstanden, indem jeder Buchstabe durch den jeweils vorigen im Alphabet ersetzt worden ist.

Alien I

Der Bordcomputer aus Alien Teil 1 heißt "Mother" (dt. "Mutter").

Colossus

In D. F. Jones' Roman "Colossus" verbündet sich der gleichnamige Computer sich mit seinem sowjetischen Gegenstück um die Meschheit gemeinsam zu beherrschen.

Dark Star

In John Carpenters Frühwerk "Dark Star" aus dem Jahre 1974 philosophiert die Besatzung mit einer Bomb über den Sinn ihrer Existenz.

Illuminatus!

Hagbard Celine ist der Kommandant der "Leif Erikson", eines goldenen Unterseeboots, das er selbst gebaut hat und an dessen Bord sich der Computer "FUCKUP" (First Universal Cybernetic-Kinetic Ultra-Micro Programmer) befindet, der täglich die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch des Dritten Weltkriegs berechnet.

Isaac Asimov

"MULTIVAC" ist der Supercomputer aus des Erzählungen von Isaac Asimov.

Per Anhalter durch die Galaxis

Die Erde ist der Supercomputer aus "Per Anhalter durch die Galaxis", der im Auftrag der Mäuse konstruiert wurde und eine Antwort auf die vor einigen Millionen Jahren erhaltene Antwort "42" auf die grundlegende Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest ermitteln soll. Weitere Computer aus der Serie:

  • Deep Thought
  • Eddie, der Bordcomputer
  • Milliard Gargantuhirn
  • Gugelplex Sterndenker
  • der Große Hyperlobische Allverwandte Neutronenzänker
  • Multicorticoiden Logikutronen Titan Müller
  • Denkermatic

Tron

In Disneys Film "Tron" gibt es u. a. folgende Computerprogramme:

  • Tron
  • Ram
  • MCP (Master Control Program)
  • Dumont
  • Bit

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