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Die Geschichte der Buchdruck-Kunst

Die Geschichte des Buches beginnt genau genommen schon mit der Entwicklung der ersten Schriftzeichen. Diese entwickelten sich vom alten Ägypten aus, wo man noch heute Wandmalereien, Schriftzeichen und Hieroglyphen an Tempelwänden oder auf Papyrus finden kann, über den ganzen Globus. Im Laufe der Jahrtausende nahmen die Schrift und das Lesen und Schreiben immer mehr Gestalt an. Allerdings erlernten anfänglich nur sehr wenige Menschen das Schreiben, sodass es einer ausgewählten Eliteschicht, meist den Gelehrten und Mönchen in den Klöstern, oblag, das Abschreiben religiöser Bücher und Gesetzessammlungen vorzunehmen. Die Abschreiber verzierten dabei die Anfangsbuchstaben sehr kunstvoll und legten auch sonst eine sehr exakte Handschrift an den Tag. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts begann man nun auch mit dem Druck vereinzelter Buchseiten. Hierzu wurden die Buchstaben aus Holz geschnitzt, eine sehr mühe- und kunstvolle Arbeit. Doch auch damals blieb die Zeit nicht stehen und der Erfindergeist nahm im Druckhandwerk seinen Lauf.

Johannes Gutenberg, der um 1400 in Mainz geboren wurde und bürgerlich eigentlich Johannes Gensfleisch hieß, gilt allgemein als Erfinder der Buchdruck-Kunst. Bereits als junger Mann begann er die ersten Druckversuche, während er in der Nähe von Straßburg lebte, bis er 1448 in Mainz eine eigene Druckerwerkstatt aufzubauen begann. Hier entwickelte er das erste maschinenbetriebene Drucksystem mit beweglichen Lettern, so nennt man die zum Drucken benutzten Buchstaben. Die Erfindung dieser Neuerung war eine regelrechte Revolution und kostete den jungen Gutenberg sehr viel Geld, dass er sich leihen musste. Die Buchstaben hierfür wurden nun nicht mehr aus Holz, sondern aus Metall gefertigt. Doch diese Lettern waren sehr haltbar und konnten immer wieder zu neuen Wörtern, Zeilen und Buchseiten zusammengesetzt werden. Anschließend wurden sie mit Druckfarbe bestrichen und auf das Papier gepresst. Damit nahm die Zahl und Verbreitung der Bücher schnell zu und sogar einfache Menschen hatten Zugang zu ihnen und erlernten nun selbst das Lesen und Schreiben. Eine neue Ära war angebrochen, deren kommerzieller Erfolg nicht lange auf sich warten ließ.

Doch der ehrgeizige Gutenberg hatte sich noch viel mehr vorgenommen und so traf er Anfang der 1450er Jahre akribische Vorbereitungen zum Druck einer Bibel. Dieses mit bewegten Lettern gedruckte Kunstwerk sollte, sozusagen als "nova forma scribendi", mit der Schönheit edler Handschriften mithalten, ja sie sogar übertreffen. Und tatsächlich schuf er mit seiner zweibändigen Gutenbergbibel ein bahnbrechendes Werk der Druckkunst. Doch der Buchdruck blieb in seiner Entwicklung nicht stehen und ist gut 560 Jahre nach Gutenberg nicht mehr derselbe. Im Jahre 1802 wurde in Deutschland die erste dampfbetriebene Zylinderdruckmaschine gebaut, die bis auf das Einlegen der Druckbögen, bereits alle Arbeitsschritte selbsttätig ausführte. Es folgten weitere Modernisierungen auf diesem Gebiet. Die Formherstellung im modernen Buchdruck erfolgt bis heute mithilfe von Fotopolymerplatten, deren verschiedene Schichten über Fotonegative belichtet werden und anschließend an diesen Stellen aushärten. Die Stellen, die unbelichtet bleiben, werden herausgewaschen, wodurch verschiedene Höhen entstehen, die bei exakter und professioneller Ausführung ein qualitativ hochwertiges Druckbild ergeben.

Heute werden alle Bücher im sogenannten Offsetverfahren gedruckt, das qualitativ sehr hochwertig ist und bei dem von der Druckplatte über ein Gummituch quasi indirekt auf das Papier gedruckt wird. Während noch vor Jahren das Printhaus vor Ort die erste Wahl war, schießen heute weltweit Online-Druckereien wie Pilze aus dem Boden. Des Bücherdruckens ist praktisch kein Ende. Die Technik hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sich das Wissen über die ganze Welt verbreiten konnte, gute Fachbücher und Literatur jeden Genres umfassend und günstig für jedermann zu haben sind. Trotz der herausragenden Druckkunst vollzieht sich gerade wieder ein bedeutsamer Wandel im Bereich Bücher und Wissen. Das E-Book läuft dem Printmedium den Rang ab. Hier treten, wie überall, Vor- und auch Nachteile zutage. Der Lesekomfort lässt beim elektronischen Buch mitunter etwas zu wünschen übrig, denn das Bildschirmlesen ist nicht jedermanns Sache. Allerdings sind beinahe alle Werke, ob Fachliteratur, Belletristik oder auch Kinderbücher als E-Book meist günstiger, schneller und einfacher zu haben. Nun brauchen sie keinen Platz im Schrank mehr, können jederzeit abgerufen werden und schonen die Umwelt, eine vernünftige Alternative.

Dennoch - ein Buch ist ein Buch, man kann es auch ohne Laptop lesen und es hat seinen ganz eigenen Charme. Ein gedrucktes Buch ist immer noch ein "unvergängliches" Kunstwerk, doch wie haltbar unsere modernen Speichermedien sein werden und ob es in 20 Jahren nicht andere, supermoderne Hardware gibt, die diese Daten vielleicht gar nicht mehr lesen kann, muss sich erst herausstellen.